Bläck Fööss

Bläck Fööss

Die BLÄCK FÖÖSS gehören zu Köln wie der von ihnen besungene Dom und das gute Glas Kölsch.

Die Band verkörpert das Kölsche Lebensgefühl wie kaum eine andere Gruppe. Und so ist es kein Wunder, dass viele Menschen aus Köln und Umgebung die Musik der BLÄCK FÖÖSS lieben und die Gruppe über Jahrzehnte begleitet haben. Es ist kaum zu glauben, dass diese frische, optimistische, energiegeladene Gruppe im Jahr 2000 bereits ihr 30jähriges Bühnenjubiläum feierte. Nach den üblichen unzähligen Auftritten ging das Jahr 2003 als Krönung mit der fünften Auflage des Silvesterkonzertes in der Kölnarena zu Ende. Als Special Guest wirkte außerdem die Kölner Rockband Brings mit. Dieses besondere Konzert, das mit all seiner grandiosen Stimmung in voller Länge vom WDR aufgezeichnet wurde, kommt jetzt auf DVD in die Läden.

Dialekt-Songs sind so alt wie die Popmusik. Die Beatles brachten das breite Liverpool-Englisch nach Amerika und Mick Jagger importierte den Südstaaten-Akzent des Blues nach London - wenn er nicht ein gepflegtes Cockney sang. Hierzulande aber wurde hochdeutsch gesungen - Dialekt gab es allenfalls bei Shanties oder in bayerischen Bierzelten. Popbands behalfen sich in den 60er Jahren mit ihrem meist dürftigen Schulenglisch. Vor 1970 spielten auch die Mitglieder der BLÄCK FÖÖSS in diversen Beat-Formationen, bevor sie als STOWAWAYS ihre endgültige Besetzung fanden. Auf Karnevalsbällen spielte die Gruppe die Hits der BEATLES, der KINKS und der HOLLIES. Natürlich waren auch Karnevalslieder gefragt, und so erklangen die ersten kölschen Töne. Graham Bonney, mit dem die Stowaways im Studio arbeiteten, schlug ihnen vor, doch einen dieser Titel aufzunehmen. Ihren guten Namen als Beat-Gruppe wollte die Band allerdings nicht unter den ersten kölschen Titel "Rievkooche-Walzer" setzen - deshalb wurde der Parallel-Name "DE BLÄCK FÖÖSS" erfunden, weil er "englisch und kölsch zugleich klang". Die erste kölsche Single der Gruppe wurde nicht mehr als ein Achtungserfolg - ganze 2000 Stück wurden davon verkauft.

Die Stowaways hatten Angebote von drei Plattenfirmen, aber keine wollte kölsche Lieder haben - es sollte englisch gesungen werden. Der zweite BLÄCK FÖÖSS- Titel "Drink doch eine met" wurde überall abgelehnt - auch von der Kölner EMI. Schließlich veröffentlichte ausgerechnet die BASF in Ludwigshafen das Lied, das sofort ein Publikumserfolg wurde. Bald waren die BLÄCK FÖÖSS bei den Karnevalssitzungen und -bällen sehr gefragt, nur die Gesellschaften waren durch das Äußere der Gruppe irritiert: langhaarig, in Jeans und barfuß (um dem Gruppennamen gerecht zu werden) tauchte die Band mit E-Gitarren und Verstärkern in den heiligen Hallen des Kölner Frohsinns auf. Seitdem haftet der Gruppe bei manchen Leuten das Image einer Karnevalsband an - wird doch in weiten Teilen Deutschlands Kölsch mit Pappnase und Schunkeln gleichgesetzt. Dabei zeigen die BLÄCK FÖÖSS mit vielen ihrer Lieder, die sie im Karneval spielen, dass Frohsinn nicht besinnungslos sein muss, und so passten den Traditions-Jecken auch viele ihrer Themen nicht: Titel wie "De Mama kritt schon widder e Kind", die Bundeswehr-Ballade "Am Arsch der Welt" oder das historische "Kackleed" waren den Offiziellen zu direkt.

Die Gruppe beeindruckt neben der gekonnten Stilvielfalt ihrer Musik von Folk, Jazz, Gospel, Funk, Rock, Calypso, Rap und ausgefeilten Schlagermelodien durch die Geschichten und Figuren ihrer Lieder, die aus der genauen Beobachtung ihrer kölner Umgebung entstanden. Sie erzählen vom Alltagsleben, ohne dabei ins unverbindliche "Menschlich-Allzu-Menschliche" abzugleiten. Andererseits ist die kritische Zeichnung ihrer Mitmenschen nicht denunziatorisch - sie machen sich nicht über die Leute lustig - die Leute sollen über sich selber lachen können, wenn sie sich in den Liedern als "Lück wie ich un du" erkennen. Eine heile Welt malt die Gruppe in ihren Liedern trotz aller Liebe zu ihrer Stadt dennoch nicht: "Zille auf Kölsch" hat ein Tontechniker ihre Songs einmal genannt. Zu aktuellen Themen, wie Umweltzerstörung, Ausländerhass und verdrängter deutscher Vergangenheit nehmen die BLÄCK FÖÖSS Stellung - auch im Bierzelt, wo man das nicht immer gern hört. Obwohl die Gruppe es nicht allen recht macht, hat sie ein großes Publikum: Ob bei Konzerten im traditionsbewussten Kölner Millowitsch-Theater, in der Kölner Philharmonie, auf Straßenfesten, in Schulen, bei Bürgerinitiativen oder im Bierzelt. Und auch in den gestylten Neonkneipen ertönen zwischen den aktuellen Szenehits ihre Songs "Katrin", "Bye, bye, my love", "Männer", "Homeless" und "Moni hat geweint". Wer mit dem Weggang von Tommy Engel 1994 bereits das Ende der Band besiegelt sah, der musste sich in den darauffolgenden Jahren eines besseren belehren lassen. Die Legende lebte weiter- und wie... Inzwischen verstärkt durch Schlagzeuger Ralph Gusovius und Sänger/ Gitarrist Kafi Biermann wirkt die Band heute homogener denn je.

Die DVD belegt dies eindrucksvoll und bietet neben dem Konzerterlebnis vor 15.000 begeisterten Zuschauern in der Kölnarena auch ein spannendes "Making Of" mit all den Vorbereitungen zu diesem Event. Dazu gehören die Proben in einer Turnhalle, Aufbau und Planung der Show, Aufnahmen im Backstagebereich vor dem Auftritt und als Bonbon erzählt jedes Mitglied der Band eine Geschichte zu seinem Lieblingssong, der natürlich auch abends auf dem Programm steht. Von "Drink doch eine met" über "En unserem Veedel" und "Mer losse d''''r Dom en Kölle" hin zu dem Liebeslied an ihre Heimatstadt "Kölle du uns Stadt" ist auf der DVD alles vertreten, was den Erfolg der BLÄCK FÖÖSS über die letzten 34 Jahre ausmacht.Aktuelle DVD:"Best Of – Live aus der Kölnarena"

Website:
http://www.blaeckfoeoess.de/

Quelle: Koch Universal Music